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Willkommen in Röhrenfurth

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Hegegemeinschaft

© Dorfgemeinschaft
Röhrenfurth

Sylter Rose für Hummel und Co.
Eldorado für Lurche und Libellen

Hegegemeinschaft Fuldatal engagiert sich für den Naturschutz

Seit über 30 Jahren engagieren sich die Mitglieder der Hegegemeinschaft Fuldatal für den Umwelt- und Naturschutz. Sie schafft unter anderem neue Lebensräume für Tiere und pflegen die Flächen dauerhaft.
Vón Manfred Schaake
 

Röhrenfurth. So ausgetrocknet war der für das Leben vieler Tiere so wichtige Himmelsteich noch nie. Damit er sich nach der Sommerhitze möglichst bald wieder füllt, müssen trockenes Schilf und Wildwuchs beseitigt werden. Ein Fall für Mitglieder der Hegegemeinschaft Fuldatal. Sie greifen zu Sense, Rechen und Gabel – ein Einsatz von vielen im Röhrenfurther Revier und den Nachbarregionen zwischen Söhre und Fahre.

„Die Hegegemeinschaft Fuldatal pflegt seit nunmehr über drei Jahrzehnten gute Beziehungen zu Landwirten, Imkern und Fischereiberechtigten”, sagt Karl-Heinz Zimmermann. Der Felsberger ist seit der Gründung im Januar 1988 Vorsitzender der Hegegemeinschaft. Sie setzt sich aus Jagdausübungsberechtigten, Eigenjagdbesitzern, Jagdgenossen, dem Forstamt und fachkundigen Personen zusammen, die Naturschutz betreiben möchten.

„Wir wollen Tiere sehen – vom Lurch über Insekten bis zum Säugetier”, beschreibt Zimmermann das Ziel der Hegegemeinschaft. So leiste man einen wichtigen Beitrag für möglichst gute Lebens- und Nahrungsbedingungen für Bienen und weitere Insekten sowie weitere Wildtiere. In Zimmermanns Revier in Röhrenfurth haben fünf Imker ihre Bienenstöcke aufgestellt. Und wie weit die Unterstützung reicht, zeigt dieses Beispiel: Bei Pflanzaktionen in der Natur haben auch Schüler der Wolfgang-Fleischert-Schule geholfen, lobt Zimmermann am Himmelsteich. Der heißt so, weil er sich mit dem Wasser aus dem Himmel füllt. „Ein Eldorado für Lurche und Libellen, die Vögel holen sich hier Wasser”, sagt der Jagdpächter in der dritten Generation.

In allen Revieren der Hegegemeinschaft seien durch Eigenleistung Dauerbiotope wie Feldholzinseln und Blumenwiesen entstanden. Bei großer Trockenheit wie in diesem Jahr seien wie in Guxhagen Wassertränken eingerichtet worden. In Büchenwerra seien eine Teichanlage und Blumenwiesen entstanden. In Körle gebe es seit Jahren Blühflächen.

In Schwarzenberg seien ein Teich und zwei Streuobstwiesen entstanden. Wie auch in Melsungen, wo Benjeshecken und Blühstreifen angelegt worden seien. Hessen Forst habe in den Bereichen Kirchhof, Günsterode und Melsungen Ablaichteiche für die Gelbbauchunke geschaffen. In Röhrenfurth pflege die Hegegemeinschaft fünf Streuobstwiesen, vier Feldholzinseln seien hinzu gekommen.

Weil Zimmermann ein Sylt-Fan ist, hat er dafür gesorgt, dass Heckenstreifen mit der Sylter Rose bepflanzt wurden, deren Früchte im Herbst und Winter den Vögeln dienen. „In der Sylter Rose fühlen sich die Hummeln und weitere Insekten wohl”, sagt Zimmermann.

 Neues Biotop auf totem Boden aus dem Tunnel

Mitten durch die von der Hegemeinschaft Fuldatal betreuten Flächen führt die Bundesbahn-Neubaustrecke Hannover-Würzburg. Seit 1994 besteht zwischen der Stadt Melsungen und dem Röhrenfurther Jagdpächter ein Patenschaftsvertrag über eine Erddeponie. 15 Meter hoch wurde der Aushub aus den Tunnelbaustelle aufgeschüttet, wieder mit Mutterboden abgedeckt. In eigener Regie entstand eine Feldholzinsel. „Auf ehemals totem Boden wurde ein Biotop geschaffen für die gesamte Tierwelt”, sagt Karl-Heinz Zimmermann namens der Hegegemeinschaft. Auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern wurde Chinaschilf angepflanzt, das den Tieren Deckung bietet. Weitläufig wurden auch Bitterlupinen angepflanzt.

Dankbar hebt Zimmermann die gute Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Bachfeld in Melsungen, dem Waldkindergarten Guxhagen und der Grundschule Röhrenfurth hervor. 1999 war das Revier Röhrenfurth „für hervorragende Biotopgestaltung” mit dem Staatsehrenpreis des Landes Hessen ausgezeichnet worden.

Die alte Fulda in Röhrenfurth hat sich nach den Worten Zimmermanns zu einem Refugium für alle wasserliebenden Tiere entwickelt. Dank der Unterstützung der Stadt Melsungen und ihrer Mitarbeiter Axel Schäfer und Gerald Zöller sei neben dem Anlegen von Schutzgehölzen auch eine Absprache getroffen worden, dass mit Gras bewachsene Feldwege erst nach dem 15. Juli eines jeden Jahres gemulcht oder ganz liegen gelassen werden. Zimmermann: „Hierdurch wird es möglich, den Bestand der Feldlerche, der allgemein rückläufig ist, noch stabil zu halten.” (m.s.)

 
HINTERGRUND
Von der Söhre bis zur Fahre
Zur Hegegemeinschaft Fuldatal gehören die Jagdbezirke Wolfershausen, Ellenberg, Guxhagen, Büchenwerra, Albshausen, Wollrode, Körle, Empfershausen, Röhrenfurth, Schwarzenberg, Melsungen rechts der Fulda, Günsterode, Kehrenbach, Kirchhof, die Domäne Fahre und die Flächen von Hessen Forst. Die bisherigen Projekte für den Natur-und Landschaftsschutz wurden von der Naturlandstiftung Schwalm-Eder, der Stadt Melsungen und der Jagdgenossenschaft Röhrenfurth unterstützt. (m.s.)
 

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